Review: Monsters

Vorweg: Ich habe mich gefreut! Wochenlang! Ach was, monatelang! Seit ich dereinst den Trailer sah, im Zuge der Berichterstattung über das Fantasy Film Fest in Köln. Und gewartet habe ich. Darauf, dass sich ein Kino in meiner Nähe erbarmt diesen Film zu zeigen. Meiner Freundin habe ich in den Ohren gelegen, dass sie sich doch bitte mit mir eine kleine Independent-Low-Budget-Produktion anschaut. Und dann kam der 21.12.2010. 22:45 Uhr. Im UCI Kinocenter Hürth…

Fast 2 Wochen sind jetzt seitdem ins Land gezogen. Weihnachten vorbei, 2010 vorbei! 2 Wochen, in denen ich mich durchringen musste diese Review zu schreiben.

Der Plot ist schnell erzählt: Eine Sonde der NASA bringt von irgendwo aus den Tiefen des Alls Proben außerirdischen Lebens mit zur Erde und (Überraschung!) stürzt über Mexiko ab. Schon bald wimmelt es im Norden Mexikos und im Süden der USA von tentakeligen Riesenoktopussen (hier ginge tatsächlich auch Oktopussies). Ich wünschte, Pulpo Paul hätte das noch erleben können und Ctulhu weint bestimmt noch immer. Das ganze Areal wird eingezäunt und mit schöner Regelmäßigkeit mit allem, was das US-Militär zu bieten hat, bombardiert. Auftritt Samantha Wynden (Whitney Able) und Andrew Kaulder (Scoot McNairy): Er ist ein abgehalfterter Fotograf auf der Suche nach den Kreaturen oder Anzeichen von Zerstörung, die eben diese anrichten. Sie ist von Beruf Tochter und zwar von Andrews Boss. Beide sitzen in Mexiko fest und er soll sie zur amerikanischen Grenze eskortieren, wo Samanthas Verlobter wartet. Die beiden werden ausgeraubt und nach Strich und Faden verschaukelt und ohne Geld und Pässe geht es dann zu Fuß durch die verseuchte Zone.

Natürlich könnte ich euch noch mehr vom Plot erzählen, was allerdings ziemlich sinnfrei wäre und deswegen mache ich das auch nicht. Überhaupt: In dieser Story steckte so viel Potential. Was man damit nicht hätte anstellen können! Das dachte sich anscheinend auch der Regisseur und versuchte alles, aber nichts davon richtig. Monsters ist Thrill-Horror-Sci-Fi-Roadromanzen-Personenkino. Klingt irre? Ist es auch. Wäre ich jetzt gemein, behauptete ich, der Film hätte ein Beziehungsdrama ausgelöst, aber um dem Film wenigstens eine einzige positive Kritik zu geben, bleibe ich bei der Wahrheit: Monsters hat ein Beziehungsdrama beendet! Ja, er war so langweilig, dass Zeit blieb die unaufgearbeiteten Probleme einer Beziehung zu erörtern. Tatsächlich bin ich dem Film deshalb auch ein kleines bisschen dankbar. Wo soll ich anfangen? <Fluchmodus> Zuerst dachte ich, das Drehbuch sei ein Haufen Scheiße bis mich Eay darüber aufklärte, dass die meisten Szenen improvisiert wären. Schön. Okay. Kein Ding. Dann muss ich mich korrigieren: Die Darsteller sind ein Haufen Scheiße. Wenn das improvisiert ist, dann habe ich das Gefühl, dass diese Menschen noch nichts in ihrem Leben erlebt haben. Ich kenne Dorfschlampen, die Beziehungen besser vorspielen können als McNairy und Able. Naja, aber vielleicht können wenigstens die Spannungselemente überzeugen? Können sie nicht, denn sie existieren nicht. Mal Tentakel, die ein abgestürztes Flugzeug unter Wasser ziehen, mal wird die Reisegruppe angegriffen, das war es dann auch schon. Ich könnte jetzt noch zeilenweise weiterfluchen, aber das will ich euch ersparen. Und um dem Ganzen noch eins draufzusetzen, kann die deutsche Synchronisation direkt auf den Sondermüll. Ich trauere nicht einmal dem Geld nach. Monsters hat mir 2 Stunden meines Lebens gestohlen. Ich will dieses Machwerk nie wieder sehen. Gott sei Dank, war ich im Kino und habe mir den Film nicht auf DVD gekauft, die ich mindestens weggeworfen, aber eher zerbrochen, darauf herumgetrampelt, verbrannt und die Asche vergraben hätte. </Fluchmodus>

Das Highlight will ich euch noch spoilern: Zum Schluss gibt es einmal kopulierende Oktopussies. Danke, Monsters.

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4 Antworten to “Review: Monsters”

  1. pantherabiancis Says:

    Erbarmungslos, aber wahr! 😉 Die eigentlichen Monster im Film sind weder die Aliens, noch das grund- und rücksichtlos bombardierende Militär, sondern die beiden Hauptdarsteller, die mit ihrer üblen Version eines Before Sunrise – Dialogs nerven.

  2. Eay Says:

    Ich kenne Dorfschlampen, die Beziehungen besser vorspielen können als McNairy und Able.

    Made my day (und der hat gerade erst angefangen). Doch zu ihrem Schutz: nicht nur, dass das alles improvisiert war, die beiden sind wohl auch keine gelernten Schauspieler…

    Jedenfalls und trotz deines Reviews will ich „Monsters“ immer noch sehen, denn – und mit dieser Kritik kämpfe ich genau so wie du mit der oben gekämpft hast – schlimmer als „Skyline“ kann der gar nicht sein!

    (Und das mit dem Beziehungsdrama musst du mir mal in Ruhe erklären. Ach ja, und: UCI Hürth -> *kotz*)

  3. Review: The Green Hornet « Konjunktivleben Says:

    […] hätte ja nicht gedacht, dass Reviews schreiben mir so an die Nieren geht, aber die letzten beiden Reviews waren dann doch eine arge Belastung für meine stark Nikotin-verseuchten […]

  4. Review: World Invasion: Battle Los Angeles « Konjunktivleben Says:

    […] also den dritten Alien-Horror-Invasions-Film innerhalb von vier Monaten an. Nach dem Desaster um Monsters und der verhinderten Komödie Skyline war das Maß nicht unbedingt hochgelegt, aber der Trailer […]

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