Review: Skyline

Sich auf einen Alien-Monsterfilm zu freuen kann ja schwer in die Hose gehen. Aber nach dem Monsters-Desaster dachte ich, dass es schwerlich schlimmer kommen könnte und ich behielt in gewisser Weise recht. Angestachelt durch nebulöse Andeutungen über die Schlechtigkeit von Skyline, beschloss ich den Herrn Eay eines Besseren zu belehren und so zogen meine Liebste (,der ich hier mal einen Dank ausprechen will, weil sie mein Kinoverhalten erträgt mit mir auslebt!) und ich aus zum Kampf gegen Gehirn stehlende Aliens und einen miserablen Film.

Zur Geschichte: Das Päärchen Pärchen Paar Elaine (schwanger) (Scottie Thompson) und Jarrod (Eric Balfour) fliegen von der Ostküste nach L.A. (Immer wieder Los Angeles!) um Jarrods besten Freund Terry (Donald „Turk“ Faison) zu besuchen. Die beiden machen irgendwas mit Spezieleffekten(!?!) und Terry ist damit groß rausgekommen und pflegt den Lebensstil einer HipHop-Ikone. Am Ende einer wilden Party (die so wild ist, dass deren Ende noch im Dunkeln liegt! <insert sarcasm here>) werden unsere Protagonisten von blendendem Licht geweckt, das, wenn man direkt in selbiges hineinschaut (Wtf!), Menschen in riesige Raumschiffe saugt.

Womit soll ich jetzt anfangen? Ich stelle mir Folgendes vor: Ein Meeting in einer Produktionsfirma. Man hat noch etwa 10 Mio. $ Kapital rumliegen und fragt sich, was man damit so anstellen könnte. Ein Mann steht auf und berichtet vom Revival des Monster- und Alienkinos. Mit wenigen Mitteln und durch das mächtige Siiii Dchiiii Eiiii könne man mit wenig Aufwand einen fesselnden Blockbuster produzieren. Man könne diverse Si-Fi-Klassiker benutzen und daraus ein schönes massenkompatibles Süppchen kochen. Es folgt ehrfürchtiges Schweigen, dann Applaus und wohlwollendes Kopfnicken. Skyline ist geboren.

Vorweg, die Effekte sind wirklich nicht schlecht, die riesigen Mutterschiffe der Alieninvasoren finde ich sogar sehr gelungen, aber mit allem, was kleiner ist, möchte ich mich nicht so richtig anfreunden: Ich nenne es das Revival of the Tentacle! Ernsthaft, erst diese Octopussies bei Monsters und jetzt dieses nur so vor Tentakeln strotzende Viehzeug bei Skyline, dass man meint hier eher in einem Hentai-Filmchen gelandet zu sein. Mal werden damit Leute durch die Gegend geschleudert, mal gefressen, mal sollen sie nur cool aussehen und ein bisschen herumwirbeln (ein Schelm, wer jetzt an einen beliebten Partyspaß namens „Den Propeller machen“ denkt). Es wird tentakelt, was das Zeug hält. F U R C H T B A R! Hinzu kommt eine mehr als offensichtliche Ähnlichkeit zu unseren Squiddie-Freunden aus der Matrix-Trilogie, die ich persönlich als Beleidigung für mein Auge empfand (Die in Skyline, nicht in Matrix). Überhaupt ist Skyline optisch ein Mischmasch aus beliebten und weniger beliebten Filmen der Vergangenheit. So fühlte ich mich oft an Independence Day, Starship Troopers und (es tut weh das zu schreiben) die Alien-Filme (beim Anblick des Inneren des Mutterschiffs, dachte ich kurz, dass ich in einem Alien-Hive gelandet wäre und es entfuhr mir ein „Bitte tu mir das nicht an!“) erinnert, nur eben in schlecht.

Wo wir gerade bei Effekten sind: Wenn man den Film komplett animiert hätte, hätte man sich die Gage für die Darsteller sparen können. Speziell Donald Faison, den ich als Christopher Turk vergöttere, konnte leider nur das Klischee des Quotenschwarzen erfüllen. Vielleicht hätte ein geübter Techniker den Figuren mehr Leben einhauchen können als der Skyline-Cast. Zu dessen Ehrenrettung sei allerdings gesagt, dass das Drehbuch auch nicht besonders viel hergibt. Wenn man für jede abgedroschene Floskel in diesem Film 5 € ins Phrasenschwein geworfen hätte, könnte man damit ein afrikanisches Dorf eine Woche ernähren. Die Charaktere sind langweilig und zweidimensional. Sie sind einfach da und in ausnahmslos allen  Fällen ist man froh, wenn das Elend endlich ein Ende hat.

Im letzten Absatz möchte ich noch einmal auf den Plot eingehen. Was zur Hölle und in dreitausend Namen haben die Macher von Skyline sich dabei gedacht? Auf alles einzugehen würde den Rahmen dieses Reviews sprengen, weshalb ich nur ein paar Dinge erwähnen werde. Ich bin kein Freund dieser Menschen, die in einen SF-Film gehen und diesen mit „Zu unrealistisch!“ kommentieren. Wenn ich Realistisches sehen möchte, gucke ich Phoenix und gehe nicht ins Kino. Was ich aber doch möchte, ist einen – zumindestens in sich selbst – logischen Plot, auch, wenn diese Logik erst am Ende offenbar wird. Nichts davon in Skyline. Zum Beispiel sieht man nichts vom guten, alten US-Militär bis selbiges, als erste(!) Maßnahme, mit einem taktischen Atomsprengkopf gegen die Invasoren vorgeht. Des Weiteren sind die Aliens nicht etwa auf Ressourcen aus, nein, sie stehlen menschliche Gehirne, scannen sie bzw. setzen sie direkt in ihre Körper ein. Warum eine hochentwickelte Spezies, die interstellare Raumfahrt entwickelt hat, mit menschlichen Gehirnen denken wollen würde, sei mal so dahingestellt und bleibt rätselhaft. Zu guter Letzt landen auch Elaine und Jarrod im Mutterschiff, wo Jarrod sein Gehirn verliert, das prompt in einem Alienkörper landet, und Elaine zur Geburt gezwungen werden soll (citation needed).  Neu-Hackfresse Jarrod hört ihre Schreie und poliert jedem Alienabschaum, der sich ihr nähern will, die Fresse. Ende.

Fazit: Skyline ist schlecht. Abgrundtief schlecht. Warum ist Skyline dann trotzdem besser als Monsters? Die unfreiwillige Komik. Teilweise habe ich Tränen gelacht, was nicht die Intention des Regisseurs gewesen sein kann, während bei Monsters nur gähnende Langeweile herrschte. Bleibt nur noch eines für dieses Jahr und dieses Genre zu sagen: Battle: Los Angeles, you better be fucking awesome!

Advertisements

2 Antworten to “Review: Skyline”

  1. Review: The Green Hornet « Konjunktivleben Says:

    […] hätte ja nicht gedacht, dass Reviews schreiben mir so an die Nieren geht, aber die letzten beiden Reviews waren dann doch eine arge Belastung für meine stark Nikotin-verseuchten Herzkranzgefäße. […]

  2. Review: World Invasion: Battle Los Angeles « Konjunktivleben Says:

    […] innerhalb von vier Monaten an. Nach dem Desaster um Monsters und der verhinderten Komödie Skyline war das Maß nicht unbedingt hochgelegt, aber der Trailer machte zumindest Lust auf mehr. Und mehr […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: