Review: The Green Hornet

Ich hätte ja nicht gedacht, dass Reviews schreiben mir so an die Nieren geht, aber die letzten beiden Reviews waren dann doch eine arge Belastung für meine stark Nikotin-verseuchten Herzkranzgefäße. Also ging ich auf die Suche nach Balsam für die arme, gequälte Nerdseele und ging – mit Blick auf die Kritiken – ein beachtliches Risiko für meinen Blutdruck ein, als ich mich für The Green Hornet entschied. Also Dienstag-Abend die Heldin geschnappt und ins Kino entführt.

Britt Reid (Seth Rogen) ist der Sohn einen Medienmagnaten (Tom Wilkinson) in Los Angeles (Schon wieder! Irgendwann muss ich mich der ständigen Wiederkehr von Los Angeles im Kino widmen) und nicht gerade involviert in die wahrheitsliebende Arbeit des Vaters (sprich: Er säuft und feiert bis zum Gehtnichtmehr). Nach dem plötzlichen Tod des Vaters steht der junge Reid plötzlich vor der Aufgabe das väterliche Unternehmen zu leiten, was ihm – durch mangelndes Interesse und schiere Inkompetenz in Sachen Journalismus – sehr schwer fällt. Dabei lernt er den jungen Kato (Jay Chou) kennen. Kato war der Mechaniker des Vaters und überdies für den Kaffee zuständig(!?!). Hinzukommt, dass Kato ein technisches Genie ist und für den alten Reid alle möglichen Spielereien für dessen beachtlichen Fuhrpark gebaut hat. Nach einer sehr saufseligen Nacht, in der Britt und Kato gemeinsam über den Vater/Chef hetzen, beschließen beide, dem Alten eins auszuwischen. Gesagt, getan! Nebenbei retten die beiden dann auch noch ein Pärchen vor einer Straßengang. Angestachelt dadurch erden sie fortan unter dem Namen Green Hornet weiter gegen die bösen Jungs der Stadt anzukämpfen und kommen dabei dem Kingpin Chudnofsky (herrlich selbstironisch: Christoph Waltz) in die Quere.

Green Hornet ist ein Fest für das Auge. Soviel steht fest. Ständig fliegt irgendwas in die Luft und die Menge an zerschrotteten Autos nimmt schon fast Bluesbrother’sche Ausmaße an. Effekte und Kampfszenen sind schön choreographiert, wie ich das von einer Hollywoodproduktion erwarte und bei einem geschätzten Budget von 90 Mio. $ auch erwarten darf. Den Zusatz „3D“ hätte man sich allerdings sparen können. Warum darf sich dieser Film 3D nennen? Ein paar spritzende Wassertropfen können doch nicht des Produzenten Ernst gewesen sein. 3D-Highlight sind tatsächlich zwei fliegende Bierkronkorken und dafür stolze 3 € mehr zu bezahlen finde ich dann doch etwas übertrieben. Mit den im Kino erstanden 3D-Brillen (Ja, für einen Euro hab ich jetzt meine eigene 3D-Brille) ließ sich wenigsten noch eine lustige Fotosession veranstalten, da sie doch große Ähnlichkeit mit den neuerdings so hippen Nerdbrillen haben.

Zwar fiel die Inhaltsangabe dieses Mal etwas länger aus als noch bei Skyline oder Monsters, aber – wie man sich denken kann – stammt die oben resümierte Geschichte nicht gerade aus der Hand eine Literaturnobelpreisträgers – hier ist es sogar Rogen selbst, der für das Skript mit verantortlich ist – und darf gerne vernachlässigt (nicht ignoriert) werden. Die Handlung treibt in netter und nicht zu anstrengender Weise das optische Feuerwerk voran, das Regisseur Michel Gondry hier abfackelt, und ist somit weder Belastung noch Bereicherung. Das bringt mich allerdings zum eigentlichen Manko des Films: Seth Rogen. Britt Reid nervt! Als egomanisches Arschloch ist die Figur menschlich schwer zu ertragen, weil Rogen die Figur in einem Tempo spielt, das einen epeleptischen Anfall vermuten lässt. Der eigentliche Hauptdarsteller ist Jay Chou, da Kato eigentlich derjenige ist, der zu diesem Superhelden-Team-Up am meisten beiträgt. Die Figur bleibt aber blass, was schade ist und der Beide-lieben-die-gleiche-Frau-Konflikt wirkt doch mittlerweile sehr abgedroschen ist. Hinzukommt, dass die beiden durch die deutsche Synchro noch zu einem ungeahnten Nervigkeitsfaktor werden. Lichtblicke im Ensemble sind Cameron Diaz – die mir mit zunehmendem Alter immer besser gefällt – und Christoph Waltz, der den Mafiaboss Chudnofsky mit einem gewissen Maß an Selbstironie spielt und sich in der Synchro – Gott sei Dank – selbst vertont. So kommt es auch, dass Diaz und Walz („Ich heiße jetzt Blutnofski!“) zum größten Teil für die witzigen Szenen verantwortlich sind, denn Rogen und Chou wirken bei den Gags zu bemüht um wirklich lustig zu sein.

Fazit: Green Hornet ist ein schön kurzweiliger Film, der Auge und Ohr erfreut (solange Rogen und Chou nicht sprechen) und das Gehirn nicht überanstrengt. Wenn man auf Superhelden-Action steht und sich von der manchmal doch arg konstruierten Story nicht abschrecken lässt, kann man mit The Green Hornet nichts falsch machen, denn der Film tut das, was ein Film in erster Linie tun sollte: Er unterhält.

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