Review: Kamakia – Die Helden der Insel

Den Anfang der Reviews über die Kölner Kino Nächte macht ausnahmsweise nicht der erste Film, den meine Freundin und ich gesehen haben UND der kein Klassiker ist, sondern der Diplomfilm vom jungen Regisseur und Komponisten Jasin Challah. Oder sollte ich besser sagen von Kosta Rapadopoulos? Wer für die aberwitzige Dokumentation Kamakia – Die Helden der Insel verantwortlich ist, wird wohl auf ewig Challahs und Kostas Geheimnis bleiben. Bevor ihr weiterlest, solltet ihr euch besser erst den Trailer ansehen, damit ihr mich im Folgenden nicht für vollkommen verrückt haltet:

Die Dokumentation erzählt die Geschichte der Kamakia – griechischer Liebhaber, die in den 60er und 70er Jahren den reichen Touristinnen den Kopf verdrehten. Kosta begibt sich auf die Suche nach diesen legendären Liebhabern, die mittlerweile alle ein wenig in die Jahre gekommen sind. Eine Reise, die Kosta und sein Team an ihre Grenzen treibt. (Soll heißen, Kosta versäuft, verraucht und verfeiert das Budget des Films und Rapadopoulos‘ Eskapaden nehmen schon fast Kinski’sche Züge an.)

Die Reise durch verschiedene (ehemalige) Touristenhochburgen Griechenlands bietet den Hintergrund für diese Wahnsinnsfahrt von Dokumentation. Ich schreibe ‚Dokumentation‘, obwohl dieser Film auch mit Leichtigkeit als Komödie durchgeht. Die alten Männer, die Kosta zu ihren Erfahrungen befragt, sind teilweise so skurril, dass man ihnen ihre Worte fast nicht abkauft. Manchmal derb, manchmal melancholisch erzählen sie von ihrer Jugend als ihnen die europäischen Touristinnen zu Füßen lagen. Das ist zwar alles sehr interessant, aber vor allem zum Weinen komisch. Das sympathische Ekelpaket Kosta Rapadopoulos (wenn ich den Namen noch öfter schreibe, bekomme ich einen Fingerkrampf) fügt sich perfekt in die Reihe der auftretenden Charaktere ein. Vollkommen zurecht, wie ich finde, wurde Kamakia – Die Helden der Insel auf der diesjährigen Berlinale in der Reihe Perspektive Deutsches Kino gezeigt.

Zu guter Letzt noch ein Punkt zur Vorführung an sich: als Gäste der Kölner Kino Nächte kamen meine Freundin und ich im Odeon in den Genuss einer Diavorführung und kommentierten Outtakes aus dem Film von Kosta Rapadopoulos höchstpersönlich. Regisseur Jasin Challah war ebenfalls zugegen. Unterstützt wurde Kosta auf der Bühne von den Drunken Rembettis, die stimmungsvolle griechische Musik zum Besten gaben. Nach einem melancholischen Auftakt des Freitagabends durch Naokos Lächeln war dies ein netter und denkwürdiger Abschluss desselbigen.

Bleibt nur noch zu sagen: „Berlinale? Isse wie Dreck an Knie eine Kakerlake!“

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